„Rasante Flieger“, „Chorknaben“ und „Sandhelden“ - NABU Rotenburg und ÖNSOR werten „Libellenbiotop“ für tierische Spezialisten auf

Die Gewässer wurden entschlammt.
Die Gewässer wurden entschlammt.

 

Wensebrock. In Zusammenarbeit mit dem NABU Rotenburg führte die Ökologische NABU-Station Oste-Region (ÖNSOR) Boden- und Gehölzmaßnahmen im „Libellenbiotop“ in Wensebrock durch. Sie dienen nicht nur den hier vorkommenden Libellenarten, sondern auch der seltenen Knoblauchkröte sowie dem streng geschützten Moorfrosch. Das Vorhaben wurde von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und dem Land Niedersachsen im Rahmen des NABU-Projektes „Rotenburger Sandhelden“ gefördert.

 

 

 

Das etwa vier Hektar große „Libellenbiotop“ des NABU Rotenburg gilt mit seinen fast 20 Libellenarten als ein landesweit wertvoller Lebensraum. „Hier kommen auf vergleichsweise engem Raum verschiedene Gewässertypen vor. Die permanent wasserführenden, bis temporär trockenfallenden Gewässer mit ihren reichhaltigen Uferstrukturen sind ein wahres Paradies für die rasanten Flieger, beschreibt Roland Meyer, Vorsitzender des NABU Rotenburg das Grundstück. „Hier kommen aber auch eine Reihe von Amphibienarten vor, wie die Erdkröte, Grasfrosch, Teichfrosch und der Teichmolch sowie der gefährdete Moorfrosch“, erklärt Julian Mattes, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der ÖNSOR. Die Ruf-Konzerte der im Frühjahr blaugefärbten Moorfroschmännchen begeistern ihn immer wieder aufs Neue. Ein weiteres Highlight des Biotops ist das Vorkommen der seltenen und europarechtlich geschützten Knoblauchkröte.

 

 

 

„Leider haben sich Weidengebüsche stark ausgebreitet, was zu Beschattung und Laubeintrag führt. Langfristig wirkt sich beides negativ auf viele vorkommende Amphibien-, Libellen- und andere an Wasser gebundene Arten aus“, so der Amphibienfachmann. Um die Eignung als Laich- und Fortpflanzungsbiotop auch zukünftig sicherzustellen, waren daher dringend verschiedene Instandsetzungsmaßnahmen auf dem Grundstück nötig. So wurden vor allem beschattende Gehölze insbesondere auf der Nordhälfte und an den Kleingewässern entfernt. Die Gewässer wurden entschlammt und die Ufer nachgearbeitet, um der Verlandung entgegenzuwirken. Auch wurden Offenbodenstellen für sandbewohnende Arten geschaffen. Diese Bereiche dienen z.B. Wildbienen als Brutplätze, Eidechsen als Sonnenbank oder der grabenden Knoblauchkröte, als Tagesversteck. Zusätzlich dienen offene Sandböden der Förderung seltener Pionierpflanzen.

 

 

 

„Das sieht im ersten Moment etwas wüst aus“, weiß Julian Mattes. „Dennoch sind solche Maßnahmen unerlässlich, um wertvolle Lebensräume zu erhalten, wiederherzustellen oder zu entwickeln“, erklärt der Leiter des Projektes „Rotenburger Sandhelden“.

 

 


„Nette Leute, gute Taten, frische Luft“ NABU lädt für Samstag, 15. November, zum offenen Arbeitseinsatz ein

Deepen. Wer möchte ganz konkret mit anfassen, damit die Welt im Kleinen ein wenig besser wird? Der ist herzlich eingeladen zu einem gemeinsamen offenen Arbeitseinsatz des NABU Rotenburg und der Naturschutzbehörde des Landkreises. Am Samstag, 15. November, 9 bis etwa 13 Uhr, soll eine abgeplaggte Fläche in der Deepener Wacholderheide von angeflogenen Kiefernsämlingen befreit werden.

 

 

 

„Wenn Offenlandschaften verbuschen, geht das zu Lasten der Artenvielfalt“, sagt Roland Meyer vom NABU. Gemeinsam mit der Naturschutzbehörde solle diese Entwicklung in der Wacholderheide bei Deepen aufgehalten werden. Dort hatte der Landkreis durch Abplaggen eine Freifläche geschaffen, auf der sich Heide entwickeln soll. Damit das geschehen kann, wird mit Freischneidern und Astscheren jetzt der zwischenzeitliche Kiefernaufwuchs beseitigt. Auf Heideflächen in der Nähe sollen aus den gleichen Gründen Faulbaum und Traubenkirsche bekämpft werden. In einer Pause wird Henrik Scheunemann, Außendienstmitarbeiter der Naturschutzbehörde, die Besonderheiten der umliegenden Lebensräume erläutern.

 

 

 

Der Aufruf zum gemeinsamen Einsatz richtet sich an alle. Meyer: „Willkommen sind gerade auch Naturfreunde, die keine oder noch keine Mitglieder sind. Der Versicherungsschutz ist über den NABU gegeben. Wir freuen uns darauf, zusammen mit netten Leuten an der frischen Luft etwas Sinnvolles zu tun!“ Wer hat, solle Arbeitshandschuhe, Astscheren, Freischneider und eventuell Gehörschutz mitbringen. Der NABU bringt auch Werkzeug mit und stellt Kekse und Kaffee und zum Abschluss einen Mittagsimbiss bereit. Anmeldungen nehmen die Naturschützer unter 04263/6757894 entgegen. Bei der Gelegenheit wird auch der Treffpunkt erläutert und können Fahrgemeinschaften abgesprochen werden.

 

 


Teichgrundstück bei Mulmshorn

Auf einem größeren Grundstück haben wir zwei ehemalige Fischteiche naturnah umgestaltet. Abgeflachte Ufer und mehr Licht verbessern den Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Gleichzeitig haben wir die invasive Drachenweide beseitigt. Eine Daueraufgabe für unser Aktiventeam bleibt das Entfernen von indischem Springkraut und Herculesstauden.