Die Textil-Branche ist für 10% der CO2-Emissionen weltweit verantwortlich. Durch diese Industrie wird mehr emitiert als im gesamten Luftverkehr. Unter solchen Umständen wird klar: Es gibt einen enormen Handlungsbedarf in Richtung Nachhaltigkeit in dieser Branche.
Ich bin Aaron Rathjen und mit dieser Motivation habe ich in meinem freiwilligen ökologischen Jahr beim NABU Rotenburg dieses Projekt ins Leben gerufen. Ich habe dabei neue Erkenntnisse zur Nachhaltigkeit in der Textilindustrie erlangt und erfahren, welches Interesse für nachhaltigere Textilprodukte besteht.
Innerhalb des Projektes designte ich ein T-Shirt mit Bezug zur Natur und einer nachhaltigeren Produktionshistorie. Darüber könnt ihr in den nächsten Bereichen noch mehr erfahren. Dieses T-Shirt konnte anschließend vom 02.02.26 bis zum 20.02.26 für eine Sammelbestellung bestellt werden. Meine Haupaufgaben innerhalb des Projektes waren die Erstellung des Designs, die Recherche nach einem passenden Produkt sowie die Organisation der Produktion zusammen mit dem Produzenten und natürlich ein bisschen Marketing und die Ausführung der Bestellungen. Das Projekt gab mir also die Möglichkeit in vielen verschiedenen Bereichen neue Erfahrungen zu sammeln und neues zu lernen.
Vielen Dank an den NABU Rotenburg für die Möglichkeit, dieses Projekt umzusetzen und vielen Dank an jede und jeden, der dieses Projekt unterstützt hat!
Bio-Baumwolle in Konversion
Das ausgewählte T-Shirt besteht aus Bio-Baumwolle in Konversion. "In Konversion" bedeutet, dass dieser Rohstoff von Bäuerinnen und Bauern stammt, die gerade im Wechselprozess zwischen konventioneller und zertifizierter Bio-Baumwolle stehen. Dieser dauert um die 3 Jahre. Die Verwendung von Bio-Baumwolle in Konversion ermöglicht den Bäuerinnen und Bauern ein gesichertes Einkommen während der Umstellung und fördert so das Angebot an zertifizierter Bio-Baumwolle, welche momentan nur ca. ein Prozent des gesamten Marktes ausmacht. Die Bio-Baumwolle in Konversion, wird bereits unter den Bedingungen von zertifizierter Baumwolle hergestellt. Sie kann jedoch im Übergangsprozess noch nicht unter einer Zertifizierung verkauft werden, da beispielsweise die Böden etwa drei Jahre brauchen, um sich auf die Anforderungen der Zertifizierung umzustellen.
Aber warum ist die Förderung von Bio-Baumwolle so wichtig? Dazu ist es am besten, konventionell angebaute und biologisch angebaute Baumwolle einmal zu vergleichen. Durch effizientere Bewässerung und die höhere Speicherkapazität der biologisch bewirtschafteten Böden verbraucht Bio-Baumwolle im Anbau 91% weniger Wasser als konventionelle Bewirtschaftung. Beim Anbauprozess wird zudem gegenüber dem konventionellen Anbau 61% weniger Energie verbraucht und es gibt um 26% geringere Nährstoffeinträge in den Boden. Diese Daten stammen aus der „Cool Cotton – Organic cotton and the climate change“-Studie, welche von der Soil Association im Vorfeld zur UN-Klimakonferenz in Paris erstellt wurde. Sie zeigt, wie wirksam die Verwendung von Bio-Baumwolle in der Textilbranche zu einer nachhaltigeren Zukunft ist.
Made in Portugal
Bei der Auswahl des Produzenten habe ich mich für einen Hersteller entschieden, der T-Shirts in Portugal produziert und somit den EU-Richtlinien unterliegt. Hiermit möchte ich soziale Aspekte wie gesicherte Löhne und Arbeitszeiten sowie den Ausschluss von Kinderarbeit in der T-Shirt-Herstellung sicherstellen.
Das Motiv
Der erste große Schritt des Projektes war die Erstellung des Designs. Über ein Vektorgrafikprogramm habe ich das Fischotter-Motiv gestaltet, welches den Otter in seiner typischen Umgebung zeigt und die Hauptmerkmale des Tieres erzählt. Doch warum sollte gerade der Fischotter Teil des Designs werden?
Der Fischotter wurde im 20. Jahrhundert durch Jagd und Lebensraumzerstörung fast ausgerottet. Das Fleisch des Otters galt als Delikatesse und seine Bejagung wurde durch sein Image als Fischdieb gerechtfertigt. In vergangenen Jahren wurden zahlreiche Schutzmaßnahmen umgesetzt. So ist beispielsweise das Leben des Fischotters gesetzlich geschützt. Aus diesem Grund erholten sich seine Bestände wieder. Das ist eine ökologische Erfolgsgeschichte. Maßnahmen haben ihre Wirkung gezeigt und dem Fischotter eine Lebensgrundlage ermöglicht. Doch seine Bestände bleiben weiterhin bedroht. Beispielsweise der Straßenverkehr und die Fischerei, bei der er teilweise als Beifang in den Netzen landet, gefährden ihn weiterhin.
Es gibt Fischottervorkommen in Großbritannien und Westfrankreich sowie in Nord- und Ost-Deutschland, Polen, Tschechien und in Teilen Österreichs, jedoch nicht im Raum dazwischen an der Deutsch-Französischen Grenze, Belgien und Luxemburg. Heute geht es darum, die Verbreitungszonen zwischen Osten und Westen wieder zu verbinden. Wichtig ist das vor allem für die Evolution des Fischotters, da eine solche Verknüpfung verschiedener Fischotterpopulationen eine Resilienz beispielsweise gegen Krankheiten stärken würde. So soll die bereits laufende, aber langsame, Ausbreitung des Fischotters beispielsweise durch das Projekt „Deutschland wieder Otterland“ unterstützt werden. In diesem werden Gewässer mit einander verbunden und Uferwege sicherer für den Fischotter gemacht.